Heimat neu gedacht: Ein Rohrbacher Abend zwischen Tradition und Aufbruch

von Hans-Jürgen Fuchs
Fotos von Reiner Herbold

Was macht ein Stück Erde zur Heimat? Dieser Frage widmete sich eine stimmungsvolle Gesprächsrunde im Alten Rohrbacher Rathaus. Hans Jürgen Fuchs-Sander, Ehrenvorsitzender des Stadtteilvereins und Kenner lokaler Kulturen, lud zwei Persönlichkeiten zum Dialog, die trotz unterschiedlicher Wurzeln das Herz des Stadtteils schlagen lassen: Jens Richert, in Alt-Rohrbach verwurzelter Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr, und Ursula Röper, die in Düsseldorf geboren ist, aber Rohrbach stark mitprägte und inzwischen der Grünen Fraktion im Heidelberger Gemeinderätin vorsteht.

Jens Richert gab dabei plastische Einblicke in seine Arbeit: Für ihn bedeutet Heimat das Miteinander bei der Jugendfeuerwehr, wo er wöchentlich junge Menschen für das Ehrenamt begeistert. Sein Appell an die Politik – mehr Anerkennung für ehrenamtliches Engagement u.a. auch durch Rentenpunkte – fand bei den Zuhörern großen Anklang. Ursula Röper wiederum schilderte lebendig ihr Ankommen im Stadtteil, von der anfänglichen Sprachverwirrung beim Bäcker bis hin zu ihrer Rolle als leidenschaftliche Mitgestalterin des Stadtteillebens. Obwohl sie mittlerweile in der Südstadt lebt, bleibt ihr Herz eng mit Rohrbach verbunden: „Ich habe im Gemeinderat den Süden immer im Kopf“, betonte sie sichtlich berührt.

Der Höhepunkt des Abends war der Blick ins Publikum: Auf die Frage nach dem Geburtsort Rohrbach hoben sich nur wenige Hände. Es war ein Abend der Neubürger, die den Stadtteil mit ihren Liebeserklärungen bereicherten und zeigten, wie lebendig die Identität Rohrbachs heute ist. Musikalisch perfekt abgerundet wurde der Abend durch Nina Wurman, Anne Kloos, Dörte Pommerien und Cordula Stepp, deren Auftritt für heitere und besinnliche Momente sorgte. Ein Abend, der bewies: Heimat ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Menschen, die gemeinsam anpacken und den Stadtteil mit Leben füllen.